Die jungen Vorsitzenden - VfL-Vorstand Erich Wieland

Der Nachwuchs führt den Musikverein und den VfL Zusamaltheim. Wie der 21-jährige André Forstner und der 24-jährige Erich Wieland alles unter einen Hut bringen...

Als André Forstner aus Wengen mit acht Jahren erstmals Trompete spielte, ahnte keiner, dass er zehn Jahre später Vorsitzender des Musikvereins Zusamaltheim sein wird. Ebenso wenig bei Erich Wieland aus Riedsend. Mit elf Jahren hörte er beim Sportverein Villenbach auf, Fußball zu spielen. Mit 17 fing der heutige Vorsitzende mit seinen Freunden beim VfL Zusamaltheim an.

Heute ist André Forstner 21 Jahre alt. Als er seinen Posten im März 2013 antrat, lernte er Elektroniker für Luftfahrttechniksysteme bei Airbus Helicopter in Donauwörth. Zeitgleich machte er sein Fachabitur in Lauingen. „Zwischendurch bin ich nach dem Berufsschul-Blockunterricht in Pfaffenhofen an der Ilm zweimal die Woche nach Lauingen gefahren und zurück“, erinnert er sich an die stressige Zeit, während der noch Sitzungen, Musikproben, Faschingsbälle oder Konzerte anstanden. Nachdem Forstner beide Abschlüsse hatte, bewarb er sich bei seiner Ausbildungsfirma für das Duale Studium Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichten- und Kommunikationstechnik und begann im Oktober 2015 mit dem praktischen Teil. Am kommenden Montag startet die dreimonatige Theoriephase, das Studium in Friedrichshafen.

Seit fünf Jahren voll im Berufsleben

Seit fünf Jahren steht Erich Wieland voll im Berufsleben. Der 24-Jährige arbeitet in der Planung bei Faurecia in Augsburg. Nach seiner Lehre zum Industriemechaniker machte er zweieinhalb Jahre lang nebenberuflich die Meisterschule und ist nun Industriemeister Metall. Zweieinhalb Jahre lang war er samstags erst im Unterricht, nachmittags dann beim Spiel der A-Jugend, die er zu der Zeit trainierte. Wie damals gehört auch heute noch das eigene Training und Spiele zum Pensum des aktiven Fußballspielers.

Mit 21 schnupperte Wieland erstmals Vorstandsluft im VfL, drei Jahre lang als Beisitzer. Im März 2015 löste er den heutigen Ehrenvorstand Karl Binswanger ab. „Nachdem der bisherige Vorstand komplett aufgehört hat, haben wir Jungen gesagt, wir müssen den Part übernehmen.“

Ähnlich lief es bei André Forstner. Das Durchschnittsalter der Kapelle war sehr jung, erzählt er. Als Martin Hammel aufhörte, war schnell klar, dass ein Junger nachkommt. „Wir haben lange diskutiert, wie das funktionieren kann.“ Dann erarbeiteten die Musiker ein Konzept, in dem der Vorsitzende als Koordinations- und Kontrollorgan fungiert. Forstner zieht den Vergleich zu einer Firma: „Jeder hat seine Zuständigkeitsbereiche. Jeder wird gefordert.“ Doch für ihn ist klar: „Der Vorsitzende soll präsent sein und von der Materie etwas mitbekommen.“ Erich Wieland stimmt zu. Obwohl vieles delegiert werden kann und Abteilungsleiter oder Kassierer zu fachbezogenen Sitzungen gehen, steht fest: „Wir tragen die volle Verantwortung. Auch wenn ich etwas nicht mitkriege, hafte ich.“ Die Freizeit darf allerdings auch nicht zu kurz kommen. Wieland erklärt: „Ich muss meine Freundin loben, wie sie damit zurechtkommt und hinter mir steht.“ Forstner stimmt zu: „Der Rückhalt in der Familie macht die Arbeit leichter.“

Dann sprechen die beiden von den Helfern. Wieland betont: „Wir machen das ehrenamtlich für die Region.“ Natürlich dürfe Kritik geäußert werden. Allerdings sollte derjenige auch denen Respekt zollen, die den Verein am Leben erhalten - unbezahlt zusätzlich zum Beruf. Vor allem ärgert die beiden, wenn jene kritisieren, die selbst keine Hand für einen Verein rühren.